Bibelarbeiten

Bibelarbeiten am Samstag (Genesis 16,1-15)

Jakob Fehr & Nicole Witzemann

„Woher kommst du und wohin gehst du?“ – wird Hagar an der Quelle in der Wüste gefragt.

Was haben der – oft schmerzhafte – Blick in die Vergangenheit und die Hoffnung auf eine (bessere?) Zukunft miteinander zu tun? Insbesondere auf dem Hintergrund vieler großer Themen, die der Text für heutige Leser:innen mit sich bringt: Geschlechtergerechtigkeit, Fluchterfahrungen, Menschenwürde… Sich diesen großen Themen stellen und nach den Konsequenzen für uns persönlich und für unsere Gemeinden fragen, das werden wir in dieser Bibelarbeit zu Gen. 16,1-15.

Jakob Fehr ist Friedensarbeiter beim Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee.
Nicole Witzemann ist Pastorin der Berliner Mennoniten-Gemeinde und Seelsorgerin im Diakonie Hospiz Wannsee.

Joel Driedger & Anne M. Hansen

Sehen und gesehen werden – Grundbedürfnis und Voraussetzung zur Gerechtigkeit

Eine Sklavin ist die erste Person, die Gott einen Namen gibt: Du bist ein Gott, der mich sieht. Wie es dazu kam, dass nicht nur die Eltern des Glaubens, sondern auch die Ausgestoßene von Gott gesehen wurde, darum geht es in dieser Bibelarbeit. Beim Lesen des Bibeltextes werden wir merken, wie fundamental wichtig es für alle Menschen ist, „gesehen“ zu werden. Herzliche Einladung.

Dr. Joel Driedger begleitet als Pastor die Mennonitengemeinde Karlsruhe-Thomashof und sitzt im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG).
Anne M. Hansen ist pastorale Mitarbeiterin in der Mennonitengemeinde Stuttgart.

Walter Jakobeit & Ina Warkentin

Ein Gott, der da ist

Was für eine unglaublich bewegende Geschichte, die uns da in Genesis 16 erzählt wird. Die rechtlose Sklavin auf der Flucht hat eine Begegnung mit Gott, der sie anschaut, sie sieht und Anteil an ihrem Leben nimmt. Das ist kein ferner Gott, sondern ein Gott, der da ist, wenn die Not am größten ist, der Zukunft und Hoffnung schenkt. Genau das soll ein Aspekt der Bibelarbeit sein: Mut machen in unserem Alltag, in dem wir oft genug nicht mehr weiterwissen, unser Vertrauen auf den zu setzen, der über den Dingen steht und dessen Perspektiven unser Schauen unendlich erweitert. Lass dich von Gott überraschen!

Walter Jakobeit, Jahrgang 1963, Pastor der Mennonitischen Brüdergemeinde Neuwied, Ringstraße, 1. Vorsitzender der AMBD
Ina Warkentin, Jahrgang 1958, Mennonitengemeinde Schwandorf, Verwaltungsangestellte bei der Caritas Sucht- und Schwangerschaftsberatung Schwandorf,  Vorstandsmitglied der VdM, Kontaktperson MEDA Europa

Teenbibelarbeit (Exodus 2,15-22)

Hannah Rosenfeld & Marius van Hoogstraaten

Der Fremde und ich (und mein Vater)

Ein Mann, der getötet hat. Ein Mann, der fliehen muss. Ein Mann, der Töchter hat.
Eine Frau, die Wasser holt. Eine Frau, die gerettet wird. Eine Frau, die heiratet.
An diesem Brunnen lernt Zippora einen gefährlichen Mann kennen. Er wird ihr Mann werden. Hat sie das selbst gewollt?
Wer entscheidet, wen ich lieben darf? Oder soll?

Hannah Rosenfeld arbeitet mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten. Marius van Hoogstraten ist Mitarbeiter des mennonitischen Seminars in Amsterdam. Sie leben zusammen mit ihrer Tochter in Hamburg.

Bibelarbeiten am Montag (Offenbarung 22,1-8)

Corinna Schmidt & Fernando Enns

Nur Träumer und Visionärinnen können die Welt gestalten – wenn Gott selbst uns träumt

Im letzten Kapitel des letzten Buches der Bibel (Offb. 22,1-8) gestaltet Johannes der Seher seinen Schlussakkord als Vision der großen Versöhnung Gottes mit den Menschen und seiner gesamten Schöpfung. Müssen wir einfach nur darauf warten und ausharren?  Ist das eine Aufforderung sich anzuvertrauen und jeglichem Aktionismus zu widerstehen? Ist diese Vision ein Ausweg aus Gefühlen von Hilflosigkeit und Ohnmacht im Angesicht von Kriegen, Pandemien und Klimakollaps? Nach dem Motto: Gott wird es schon wenden?!

Wie lese ich die Apokalyptik des Johannes? Führt sie uns auch in Handlungsoptionen im hier und jetzt? Müssen Visionen nicht Auswirkungen haben in der Gegenwart?

Corinna Schmidt ist Mennonitische Pastorin seit 1990, seit April 2020 Krankenhausseelsorgerin in Hamburg-Schnelsen.
Professor Dr. Fernando Enns, geb.1964 in Curitiba, ist Professor für (Friedens-) Theologie und Ethik an der Vrije Universiteit Amsterdam und Professor für die Theologie der Friedenskirchen an der Universität Hamburg. Er ist auch stellvertretender Vorsitzender der AMG.

Liesa Unger & Wilhelm Unger

Die Offenbarung – eine Mutmach-Erzählung oder ein Geheimcode der Zukunft?

Was hat es auf sich mit den Träume und Visionen des Johannes, die er den sieben angesprochenen Gemeinden – und der Christenheit bis heute – beschreibt? Die geschilderten Bilder und Zahlen sind einem Kenner des Alten Testaments bekannt. Besonders interessant wird es, wenn eines der Bilder sich neutestamentlich verwandelt. Aus dem Löwen aus dem Stamm Juda (Hos 5,8ff), der militärisch für Gott aktiv wird, wird das blutige Lamm. Nur es kann die Siegel öffnen (Offb. 5,6). Und dann gipfelt alles in der großartigen letzten Vision in Kapitel 22,1-8. Wie können wir diese ganze Dynamik mit dem fulminanten Ende verstehen? Und was hat das mit unserem Leben und mit unserer Erde zu tun? Sicherlich werden wir so manche Goldkörner an diesem Vormittag finden.

Liesa Unger ist Eventkoordinatorin der Mennonitischen Weltkonferenz. 
Wilhelm Unger ist seit November 2022 Pastor der Mennonitengemeinden Kohlhof und Friedelsheim.

Rianna Isaak-Krauß & Benni Isaak-Krauß

Symbiose mit dem Baum des Lebens

Die Bibel endet mit der Vision vom Baum des Lebens und Gottes Stadt unter den Menschen. Welche Zukunft suchen wir? Wie können wir in angesichts der Krisen überwinden und zur Versöhnung von Zivilisation und Schöpfung beitragen? Wie trainiert Bibellesen unsere Vorstellungskraft?

Rianna Isaak-Krauß und Benni Isaak-Krauß sind Pastoren der Mennonitengemeinde Frankfurt und aktiv in der Mennonitischen Arbeitsgruppe Bewahrung der Schöpfung.

Teenbibelarbeit

Maria Minnich

„Wasser des Lebens – can I get a refill, please!“ Eine Vision von lebendigem Wasser und sauberem Trinkwasser.

Das Bild der „Quelle des Lebens“ aus der „lebendiges Wasser“ sprudelt, das auch noch allen Durst stillt, hat mich schon immer fasziniert. Diese Faszination und der Wunsch, mich aktiv für das Menschenrecht Trinkwasser einzusetzen, hat mich vor 12 Jahren nach Südostasien geführt. Ich will euch biografisch mit in den Bibeltext hineinnehmen und Geschichten erzählen. Geschichten über die Auswirkungen eines Wasserfilters für einen Haushalt in Südostasien und die Entwicklung von TerraClear. Aber auch Geschichten darüber, wie die Bedeutung von „lebendigem Wasser“ über die Jahre in mir neue Form angenommen hat. „Siehe, ich mache alles neu!“, heißt es in unserem Text. Also lassen wir uns erfrischen!

Maria Minnich ist freie Theologin und war 11 Jahre Missionarin mit Eastern Mennonite Mission und dem DMMK in Südostasien. Dort hat sie zusammen mit einem internationalen Team die Wasserfilterfirma TerraClear mit aufgebaut und mitgestaltet. Seit ihrer Rückkehr nach Deutschland engagiert sie sich im DMMK-Vorstand.